Koalas, Chaos and a new Car

Sonntag, 09. Juli: Mission Beach

Nach zwei Nächten und sehr viel Entspannung am schönen Mission Beach packten wir am Sonntag unsere Sachen wieder in den Camper und fuhren los Richtung Townsville. Da unsere Adele ein ziemlicher Spritfresser ist, mussten wir in Tully erst einmal Tanken. Der Mann bei der Autovermietung hatte uns allerdings nicht gesagt, wie man den Tankdeckel aufbekommt… Kann nicht so schwer sein? War es aber… glücklicherweise sind die Australier ja aber ein sehr nettes und hilfsbereites Volk: keine zwei Minuten an der Zapfsäule standen auf einmal fünf Menschen um uns herum und versuchten, den Tankdeckel aufzubekommen. Zusätzlich gab es noch Unterstützung von einem Herren von der Service-Hotline der Autovermietung am Telefon, bei der einer unserer Helfer direkt angerufen hatte. 😀 Mit vereinten Kräften und nach einer geschlagenen Viertelstunde später, war es dann tatsächlich geschafft: Der Deckel war auf und wir konnten tanken: 😀

Mit vollem Tank konnte die Fahrt also los gehen bis – Peng! – unser Camper einen lauten Knall von sich gab und ich den Schaltknüppel mehr oder weniger lose in der Hand hatte. Schalten ging also nicht mehr! Verdammt, was jetzt?! Zum Glück fuhren wir gerade an einer kleinen Kreuzung vorbei, wo ich den Camper auf dem Seitenstreifen zum Stehen brachte. Nach einem kurzen Test war uns klar: Der Schaltknüppel ist kaputt, kein Gang geht mehr rein. Da war die Verzweiflung erst einmal groß. Was jetzt?! Da wir eine deutsche Versicherung hatten, beschlossen wir erst einmal dort anzurufen. Die unglaublich unfreundliche Frau am Telefon konnte uns allerdings null Komma null weiterhelfen. Daher riefen wir bei der Service-Hotline von unserer Autovermietung in Australien an. Natürlich, wie sollte es anders sein, an der Hotline war ein Inder, den man wieder mal schlecht verstehen konnte. Außerdem war auch dieser Herr ziemlich schwer von Begriff und wir so langsam immer verzweifelter… bis der Kerl dann endlich verstanden hatte, was genau kaputt war und wo wir genau sind, versicherte er uns, dass er die Road Assistance zu uns schickt, was allerdings bis zu 90 Minuten dauern könnte. Also stiegen wir aus und warteten in der heißen Mittagssonne neben dem Auto, aßen Frust-Schokolade und schwitzten vor uns hin. 😀

Glücklicherweise kam unser sehr kompetente Retter von der Road Assistance nach knapp 20 Minuten schon. 😊 Was uns fast schon klar war, bestätigte er uns aber auch bald noch: So können wir nicht weiterfahren, der Schaltknüppel ist kaputt. Dann holte er den Abschleppwagen und lud unsere Adele auf und wir wurden wieder zurück nach Mission Beach gefahren, wo wir eigentlich gerade herkamen. Nachdem der nette Herr viele Telefonate geführt hatte, landeten wir am Ende auf einem schönen Campingplatz am South Mission Beach, wo wir (kostenlos!) eine Nacht bleiben durften. Morgen sollten wir dann einen neuen Camper bekommen. 😊 Wir waren sooo froh, dass wir eine gute Versicherung abgeschlossen hatten!

Da der Tag noch jung war und wir mit Adele keinen Meter mehr weiterkamen, gingen wir einfach nochmal an den Mission Beach und erholten uns von dem Auto-Schreck!

K1024_20170709_164050
Wir sind mal wieder ganz alleine 🙂

Und der Tag auf dem Campingplatz hatte noch etwas Gutes: In der Küche gab es eine Ecke mit Überbleibsel anderer Camper wo wir uns großzügig bedienten. Unser Highlight: Originale Nutella! ❤ In unserer letzten Nacht in Adele schauten wir zum ersten und zum letzten Mal Fernsehen im Camper: viele Folgen Big Bang Theory. 😊

Montag, 10. Juli: Mission Beach – Townsville // Gefahrene Kilometer: 243 km

Die neue Woche startete mit Warten. Sehr viel, langem, ätzendem Warten… Da die Autovermietung uns angekündigt hatte, der neue Camper würde am Vormittag ankommen, konnten wir nichts groß mehr unternehmen. Doch der Camper kam nicht und auch der Mann von der Service-Hotline konnte uns nicht sagen, wann genau der Fahrer da sein wird… Mit schlappen drei Stunden (!!!) Verspätung kam dann tatsächlich unser neuer Hippie-Camper an! Ein gelangweilt schauender Kerl lud unseren neuen Camper, Ella, ab und stattdessen Adele auf. Nachdem wir alles schnell von einem Camper in den anderen geräumt hatten, fuhr der Kerl dann mit Adele auf der Ladefläche davon. Unterschreiben mussten wir nichts und es hat ihn auch nur wenig interessiert, was wir so alles umgeladen hatten. Alles ein wenig seltsam, aber letzten Endes: Wir hatten wieder ein Auto! Ella ist im Prinzip fast dasselbe Auto wie Adele, nur ein bisschen älter, allerdings mit ein bisschen mehr Platz und Stauraum. Und natürlich viel schöner. 😊

Da es schon ziemlich spät war fuhren wir direkt los um endlich unser nächstes Ziel zu erreichen: Townsville. Tatsächlich schafften wir es noch vor der Dunkelheit dort anzukommen. Bei Dunkelheit fährt man in Australien nämlich besser nicht: Die Straßen sind dann oft voll mit Kängurus, die man nachts auf der Straße eigentlich nicht, im wahrsten Sinne des Wortes, treffen möchte. Allerdings verpassten wir gerade die letzte Fähre nach Magnetic Island, wo wir die nächsten beiden Tage verbringen wollten. Daher beschlossen wir, einfach die erste Fähre am nächsten Morgen zu nehmen und verbrachten die Nacht auf dem Parkplatz, der praktischerweise direkt gegenüber von der Fähre lag.

Dienstag, 11. Juli: Townsville – Magnetic Island

Mit der ersten Fähre um 07.20 Uhr fuhren wir mit der Autofähre knapp 30 Minuten nach Magnetic Island – dem sonnigsten Ort Queensland und dem Koala-Hotspot schlechthin. 😊 Dort angekommen frühstückten wir erstmal in Ruhe und fuhren dann zum Koala Sanctury. Auf der fünf Kilometer langen Fahrt fiel mir auf einmal ein Licht am Armaturenbrett auf, dass da eigentlich nicht brennen sollte: Die Motorkontrollleuchte… das konnte einfach nicht wahr sein! Am zweiten Tag mit dem neuen Auto und schon wieder kaputt?! Wieder einmal wussten wir nicht weiter. Auf einer so kleinen Insel konnten wir eigentlich gar nichts tun. Daher konnten wir auch doch erst einmal zum Koala Sanctury gehen. 😀 Dort hatten wir eine süße junge Frau als Guide, die unsere Gruppe durch das Sanctury führte. Alle Tiere die dort sind, würden in der Natur nicht mehr überleben, weshalb sie dort gehegt und gepflegt werden. Besonders cool war, dass wir jedes Tier, dass unser Guide uns vorstellte, auch anfassen und halten durften. 😊 Neben Krokodilen, Kakadus und Schlangen war das große Highlight natürlich der Koala. 😊 Der Koala war sooo süß und flauschig, dass wir ihn am liebsten gar nicht mehr losgelassen hätten. Hier wurden dann auch Bilder von uns gemacht, die wir nach der Führung direkt abholen konnten. 😊

Da das Sanctury direkt am YHA lag, waren wir so frei und benutzen die Camp-Küche um unser Mittagessen zu kochen. 😀 Heute gab es Reis, den wir in Mission Beach mitgenommen hatten. Leider schmeckte er, trotz viel Salz, Pfeffer und Zwiebeln, leider wie Holzspäne. ☹ 😀 Trotzdem würgten wir ihn runter – Hunger hatten wir ja trotzdem. 😀 (Übrigens: Der preisgünstige 85 ct Toast von Woolie schmeckt ungetoastet wie Pappe, auch immer ein ganz besonderes Erlebnis. 😀 Da hilft aber viiiel Erdnussbutter und Nutella 😉).

Leider mussten wir uns dann wieder der Realität stellen, nämlich der leuchtenden Motorkontollleuchte. Alles was wir alleine testen konnten war der Ölstand – und der war viel zu niedrig. Auch das noch. Nach zwei Stopps an Tankstellen (mehr gibt es auch nicht) landeten wir tatsächlich bei einem KFZ-Mechaniker! Nach einem nicht ganz so freundlichen, mittlerweile fast routinemäßigen, Telefonat mit dem Herrn von der Service-Hotline, bestätigte er uns aber, dass wir in die Werkstatt sollten und dass wir die Kosten erstattet bekommen. Glücklicherweise hatte der Mechaniker direkt Zeit, füllte das Öl auf und sagt uns, dass mit dem Motor sonst alles okay ist. Glück gehabt! Und auch die Rechnung war weniger hoch als erwartet. Puh… so viel Stress mit dem Auto, des sollte doch jetzt mal genug sein!

K1024_20170711_140849
Waruuuum?!

Am Nachmittag konnte es dann mit der Inselerkundung weitergehen. Zunächst fuhren wir zum Geoffrey Bay, wo wir freie Rock-Wallabys sahen. So süß! 😊

Zum Abschluss des Tages gingen wir dann noch zum Horseshoe Bay, wo wir noch die warme Sonne genossen und anschließend einen tollen Sonnenuntergang am Meer bewundern konnten. Tatsächlich gab es an diesem Abend auch noch gute Nachrichten: Ein Nachbar von Mikey hatte mir auf Facebook geschrieben, dass er Post aus Neuseeland bekommen hatte, die an mich adressiert war. Unsere Führerscheine waren also endlich da! Er sagte uns zu, dass er sie einfach bei Mikey einwerfen würde. Leider viel zu spät aber dennoch: Die Führerscheine waren nicht verloren! 😀 Da es hier am Bay sehr schön und ruhig war, schlugen wir hier gleich unser Nachtlager auf.

 

Mittwoch, 12. Juli: Magnetic Island – Townsville

Der nächste Morgen auf Magnetic Island startete mit einem gemütlichen Frühstück direkt am Meer. So startet man doch gerne in den Tag. 😉 Da Magnetic Island nicht umsonst als die Koala-Hochburg Australiens bekannt ist, wollten wir uns heute auf die Suche nach ihnen machen. Also fuhren wir zu „The Forts“, wo wir den bekanntesten Weg auf der Insel durch den National Park sowie durch ein ehemaliges Milltärlager liefen. Hier sollte man überall Koalas sehen, weshalb wir fast die ganze Zeit nur nach oben in die Bäume starrten 😀 Auch wenn es ein bisschen dauerte, aber dann entdeckte ich tatsächlich unseren ersten freien Koala. 😊

Einen zweiten sahen wir noch in der Nähe eines tollen Lookouts über die Insel. Doch der dritte und letzte Koala, den wir an diesem Tag sahen, war mit Abstand der coolste: Dieser saß ganz tief unten an einem Baum und schlief direkt am Wegesrand. 😀 Natürlich waren schon einige Menschen da und bewunderten den Koala. So süß einfach. 😊

Da wir so im Tier-Spotting-Fieber waren, fuhren wir nach dem Mittagessen nochmal zum Geoffrey Bay um nochmal die Wallabys zu besuchen. Der letzte Stopp auf Magnetic Island, bevor es wieder zurück aufs Festland ging, war der Picnic Bay, wo wir noch ein bisschen am Strand entspannten. Leider war es ziemlich windig, so dass wir nicht allzu lange dortblieben. Und dann ging es auch schon wieder zurück zum Hafen und mit der Fähre zurück nach Townsville. Dort spazierten wir am Abend noch ein bisschen durch die hübsche Innenstadt und verbrachten noch eine Nacht am Hafen von Townsville.

Tanja

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s