Home & Away and a hard Goodbye

Die Woche nach Neuseeland startete mit leeren Mägen und einem leeren Kühlschrank. Da wir auch schon lange mal gegenüber im Cafe frühstücken wollten, nutzen wir nun endlich die Gelegenheit. Bei A Man and his Monkey aßen wir dann israelisches Frühstück: Shashuka und Hummus Plate. Lecker! 😊

Da wir noch ziemlich müde und erschöpft von unserem Neuseeland Roadtrip waren machten wir Anfang der Woche nicht wirklich viel. Also eigentlich gar nichts. 😀 Am Strand rumliegen, schlafen, die immer noch warme Winter-Sonne genießen. Das war dringend mal wieder nötig.

Doch leider konnten wir noch nicht ganz entspannt chillen. Bis Freitag hatten wir nämlich noch eine Abgabe für Michael mit der wir dann zum Ende der Woche hin so langsam auch mal schreiben mussten. Da Michael uns bisher eigentlich immer gute Noten gegeben hatte, machten wir uns nicht allzu große Sorgen und schrieben das Assignment so schnell es ging fertig und luden es sogar einen Tag vor Abgabefrist, am Donnerstagabend hoch. Und damit hatten wir nun ganz offiziell unser Auslandssemster beendet! Alles rechtzeitig abgegeben, alles geschafft! Jetzt konnten wir ganz ohne schlechtes Gewissen weiter auf Reisen gehen (nicht, dass wir bisher eins gehabt hätten, nun war es aber ganz offiziell 😉).

Trotzdem fuhren wir am Freitag nochmal an die Uni, allerdings nur um für unseren Roadtrip zu recherchieren. Nach einem kurzen Abstecher zum Paddy’s Market liefen wir gegen Nachmittag in die Stadt um nochmal Bilder im Kleid zu machen. Das Kleid trugen wir aber nicht nur dafür: Am Abend hatten wir nämlich noch Karten für die Oper. 😊 Nachdem wir nun schon so lange hier wohnten, durfte ein Besuch im berühmten Opernhaus natürlich nicht fehlen.

Bevor die Oper losging, wollten wir noch etwas essen. Da es direkt an der Oper ein Restaurant gab, beschlossen wir, einfach gleich dort essen zu gehen. Zielsicher setzten wir uns an einen Tisch. Nach einem Blick in die Speisekarte, schauten wir uns an: „Gehen wir doch wo anders hin?!“ Wir hatten mit höheren Preisen gerechnet, aber das war uns doch zu viel. Still und heimlich standen wir also wieder auf und verschwanden aus dem Restaurant. 😀 Zum Glück fanden wir am Circular Quay ein Restaurant mit bezahlbarem Essen, wo wir dann ein leckeres Chicken Parma Schnitzel aßen.

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Gestärkt gingen wir dann in die Oper. Als sparsame Studenten hatten wir Plätze in der vorletzten Reihe. 😀 Was wir allerdings super fanden: Von hier konnte man den riesigen, schönen Saal toll überblicken. 😊 Wir waren sehr beeindruckt und gespannt auf „Pelleas et Melisande“ von Debussy, dass das Sydney Symphony Orchestra heute aufführen würde. Die Oper war schön allerdings doch mit fast drei Stunden Spielzeit ziemlich lange. 😀

Zur Feier unseres Semesterendes wollten wir nach der Oper eigentlich noch ins Coogee Bay Hotel zum Feiern gehen. Da wir aber erst um Mitternacht wieder Zuhause ankamen, fielen wir doch direkt ins Bett. Morgen war ja auch noch ein Tag.

Das Wochenende starteten wir dann am Samstag wieder einmal am Coogee Beach. Heute war es wirklich warm und wir konnten uns im Bikini sonnen. 😊 Damit waren wir heute allerdings fast die einzigen. Da ja Winter war, ist es den Australiern vielleicht auch einfach aus Prinzip zu kalt. Im Winter legt man sich doch nicht an den Strand. 😀 Uns kam das gerade recht, so konnten wir ganz wunderbar entspannend. 😊

Da wir es gestern nicht mehr ins Coogee Bay Hotel geschafft hatten, nahmen wir uns das für heute nochmal vor: Mit Cocktails machten wir es uns erst Zuhause gemütlich. Und irgendwie verquatschten wir uns, so dass es auf einmal wieder zu spät war. 😀 Da kam auch schon Mike nach Hause – in Begleitung von seinem Date! Mike hatte überhaupt nicht mit uns gerechnet und uns war es fast ein bisschen peinlich, wie wir da auf der Couch rum lümmelten. 😀 Doch die beiden setzen sich zu uns und zusammen tranken wir noch ein Glas Wein und schauten Sex and the City. So war es dann auch ein schöner Abend. 😉

Am Sonntag waren wir wieder früh auf den Beinen: Für heute hatten wir uns mit Vera und Roland zu einem Ausflug zu den Northern Beaches verabredet. 😊 Wir fuhren also in Richtung Sydney’s Norden und Vera und Roland holten uns vom Bus ab. Unser erster Stopp war dann der Tennisverein der beiden. Vera trainiert hier zwei Jungs, die heute ein Spiel hatten. Da schauten wir dann noch zu und aßen eine Egg and Bacon Roll als zweites Frühstück. 😀 Während Vera noch ein bisschen beim Tennis bleiben musste, liefen wir zusammen mit Roland einen schönen Rundweg, der direkt am Platz anfing. Von dort aus konnten wir schon zwei schöne Strände sehen und, ganz oben angekommen, hatten wir einen super Blick aufs offene Meer. Da das Wetter heute nicht hätte besser sein können, war das ein Blick komplett ins Blaue.

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg nach Palm Beach. Unterwegs hielten wir noch an einem weiteren Strand, wo wir den Surfern ein bisschen zuschauten. Die Wellen hier waren riiiesig und wir dementsprechend ganz schön beeindruckt von den Surfern. 😀

Am Palm Beach angekommen starteten wir dann unsere Wanderung nach oben zum Ende der Halbinsel, die Palm Beach bildet. Wieder einmal ging es viele Treppen nach oben bis zum Leuchtturm und wir kamen alle ganz schön ins Schwitzen. Die Sonne trug ihr übliches dazu bei. 😀 Doch der Weg lohnte sich allemal: Oben angekommen hatten wir einen super Blick über die Halbinsel und die beiden Strände auf der einen Seite, auf der anderen Seite dagegen wieder einen tollen Blick auf das offene Meer. Dort oben hielten wir dann Ausschau nach Walen, die zu der Zeit noch an der Küste vor Sydney unterwegs waren. Und tatsächlich sahen wir eine Walflosse – allerdings ziemlich weit draußen. Aber trotzdem, endlich hatten wir einen Wal gesichtet. 😊 Nach einer kurzen Fotosession machten wir uns wieder an den Abstieg und liefen dann noch zum berühmten Strand von Palm Beach. Hier wird nämlich die australische Serie „Home and Away“ (das Pendant zu Rosamunde Pilcher 😉) gedreht.

Auf dem Rückweg machten wir dann noch einen Abstecher zu einem riesigen Biergarten direkt am Wasser. Hier tranken wir Cider und aßen eine Kleinigkeit, während wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen.

Abends gingen wir dann noch zu Vera und Roland nach Hause und ließen den Tag ausklingen, ganz stilecht für den Winter: Mit Glühwein und deutscher Currywurst. 😀 Lecker! Außerdem halfen uns die beiden nochmal bei der Planung für unseren Roadtrip und gaben uns wieder gute Tipps. So langsam fühlten wir uns doch ganz gut für das bevorstehende Abenteuer vorbereitet. 😊

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1 Glühwein, swei Glühwein, Rei Lühwein, Hie Hühei, Flüni, Snlwln. 😉

Auf dem Heimweg schrieb mir dann James vom Surf Camp, dass er zusammen mit Eddy gerade auf dem Weg nach Sydney sei. Er fragte, ob wir noch Lust hätten, was zu machen. Da wir beide schlimme Surf Camp-Vermissung hatten, sagte ich spontan zu, Linh war allerdings zu müde und ging lieber nach Hause. Ich traf mich dann direkt noch mit den beiden. James meinte, sie wollten in eine Bar gehen, daher machte ich mir auch keine Gedanken darum, dass ich ja noch meinen ganzen Rucksack inklusive Badesachen und Co. von heute mit dabei hatte. Wir starteten dann auch direkt in der Side Bar. Die beiden wollten dann aber noch weiterziehen in eine, wie ich immer noch dachte, Bar am Darling Harbour. Da noch Zeit bis zum letzten Bus war, kam ich mit. Dort angekommen entpuppte sich die Bar als Club. 😀 Es war ziemlich cool dort – mit einer Dachterrasse über dem schönen Darling Harbour – allerdings fühlte ich mich mit Wandersachen und meinem Rucksack doch ein bisschen Fehl am Platz. 😀 Lustig war es trotzdem und schön, die beiden wieder zu sehen. 😊

Und so brach am Montag auch schon unsere letzte Woche in Randwick an. ☹ Da wir zum Ende hin nicht in Stress verfallen wollten, fingen wir heute schon an zu packen und zu putzen. Dabei stellten wir leider fest, dass unsere internationalen Führerscheine fehlten. Seit Neuseeland hatten wir die nicht mehr gesehen und bis dato auch nicht an sie gedacht. Nach einer verzweifelten Suche mussten wir uns irgendwann eingestehen, dass sie weg waren. Mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwo in Neuseeland… wir ärgerten uns unglaublich! Das passte einfach nicht zu uns, dass wir sowas vergessen und erst jetzt bemerkten, eine Woche vor dem Roadtip! Was sollten wir jetzt nur machen, am Montagabend? Das was so deprimierend!

Also gingen wir am Dienstag zur Polizeistation. Da wir die Führerscheine glücklicherweise gescannt hatten, hofften wir, dass die Polizei diese beglaubigen könne und wir so zumindest irgendwas in der Hand hatten. So einfach ging das leider nicht, aber der freundliche Polizist sagte uns, dass wir den Verlust auf jeden Fall melden sollten. Also musste ich bei der Dienststelle anrufen und die verlorenen Führerscheine melden. Das war dann schon etwas peinlich zu erklären, dass wir beide Führerscheine in einer Folie (und nicht in einem Geldbeutel) irgendwo zwischen Neuseeland und Sydney verloren hatten. Und es zudem erst gestern bemerkt hatten… Doch wie fast alle Australier war der Polizist am Telefon nett und ließ sich nichts anmerken. 😀

Eigentlich wollten wir uns an diesem Nachmittag noch mit Nora und ihrem Freund treffen, die momentan auch in Australien unterwegs waren. Nora kannten wir aus Karlsruhe, da sie lange bei uns am Institut als Hiwi gearbeitet. Allerdings hatte Nora sich den Fuß verknackst, deshalb mussten wir unser Treffen leider ausfallen lassen. ☹ Auch wenn es schade war, letztendlich konnten wir in der Zeit dann noch etwas weiter recherchieren und uns über die verlorenen Führerscheine Gedanken machen. Wie es der Zufall will, rief dann die Autovermietung aus Neuseeland an, sie hätten die Führerscheine in unserem Auto gefunden! Wir waren erst einmal erleichtertet und baten sie, die Führerscheine per Expressversand zu uns zu schicken. Nach einem „Entwarnungsanruf“ bei der Polizei war dann nur noch Daumendrücken angesagt…

Am Abend bereiteten wir dann noch eine kleine Überraschung für Mikey vor, der morgen nämlich 40 werden würde… Als wir am nächsten Morgen aufstanden war Mikey schon bei der Arbeit, sein Geschenk hatte er aber gefunden und uns eine zuckersüße Nachricht hinterlassen. 😊

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Für einen Luftballon ist man nie zu alt. 🙂

Da das Wetter heute allerdings ziemlich bescheiden war, beschlossen wir ins Sea Life zu gehen. Dort konnten wir viele Fische, riesige Haie und, unser Highlight, zwei fette und total süße Dugongs bestaunen. 😊

Den Rest der Woche verbrachten wir dann hauptsächlich mit Packen. Es war ein sooo seltsames Gefühl, die Wohnung und unser Zimmer wieder auszuräumen. Nach vier Monaten war das hier unser Zuhause geworden und wir hatten uns mittlerweile so an das Zusammenleben mit Mikey gewöhnt. Mit jedem Teil, das in den Koffer wanderte, wurden wir trauriger. ☹ Aber trotz allem musste das letzte Sydney Wochenende natürlich ausgenutzt werden. Also ging es für uns am Freitagabend wieder in Richtung City und zur Side Bar. 😊 Dort trafen wir kurz Kathleen wieder, die heute auch unterwegs war. In der Side Bar feierten wir solange, bis die Lichter angingen. 😀 Stilecht gönnten wir uns danach noch einen Döner (den Linh übrigens auch genauso bestellte: „Dönaaaa“ und ich dem Dönermann dann erst einmal übersetzen musste, was sie essen möchte :D) und fuhren dann nach Hause, als es fast schon wieder hell wurde.

Am Wochenende packten wir traurig weiter unsere Sachen zusammen. Mikey kam irgendwann ebenso traurig in unser Zimmer und versicherte uns, dass wir auch gerne noch länger bleiben können. „You are the best, I need you! You can’t go!“ – es war einfach so traurig! ☹ Nach einem letzten Spaziergang durch Randwick verbrachten wir unseren letzten Abend hier im Wohnzimmer mit einem Gläschen gutem Wein. Mikey war an diesem Abend mit seinen Freunden unterwegs um seinen Geburtstag zu feiern. Deshalb konnten wir Bridget Jones auf Deutsch anschauen und hatten so zumindest was zu lachen. 😉

Am Sonntag wurde es dann wirklich ernst: Wir packten die letzten Reste zusammen und aßen, was der Kühlschrank noch hergab. Leider hatten wir heute auch die traurige Gewissheit: Unsere Führerscheine haben es nicht pünktlich geschafft. ☹ Jetzt mussten wir uns was anderes überlegen. Am Vormittag kam Roland vorbei, der so lieb war, unsere großen Koffer abzuholen, die wir während dem Roadtrip bei ihnen unterstellen konnten. Zudem schenkten wir Vera und Roland noch unsere Nachtische und sämtliche Gewürz- und Putzmittel-Reste, die wir nicht mitnehmen konnten.

Und dann war unser Zimmer leer und unsere Zeit hier wohl wirklich zu Ende. Auch wenn wir uns unglaublich auf den bevorstehenden Roadtrip freuten, waren wir trotzdem sehr traurig. Mikey, der gestern mit seinen Kumpels feiern war, lag den ganzen Tag schlafend auf der Couch. Kurz bevor unser Taxi kam, weckten wir ihn auf und er schaute uns ziemlich verwirrt an. 😀 Der Abschied fiel dann doch ziemlich kurz und fast schmerzlos ab, was vielleicht auch ganz gut so war…

Am Flughafen checkten wir unsere Koffer ein, die dummerweise leichter waren, als unsere Rucksäcke. 😀 Da sie zum Glück nicht gewogen wurden, konnte es los nach Cairns gehen, wo wir am Abend gegen 11 Uhr ankamen.

Und so konnte er nun beginnen: Unser Roadtrip! 😊

Tanja

 

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