Off to New Zeaventures! – Part 1

Am 08. Juni ging es für uns mal wieder sehr früh aus dem Haus und los in Richtung Central Station. Es war einfach verrückt, wie schnell die Zeit vergeht, aber tatsächlich flogen wir heute nach Neuseeland. Nach dem Stress die letzten Tage, waren wir erst einmal nur froh, dass wir (hoffentlich) alles gepackt hatten und alle Abgaben und Co. erledigt hatten.

Obwohl wir, trotz sehr wenig Schlaf, überpünktlich an der Central Station waren, fanden wir unseren Transferbus zum Flughafen nicht. Minuten vergingen, allerdings kam kein Shuttle. Nach einem Anruf bei der Firma stellte sich heraus, dass der Shuttle wohl ohne uns losgefahren war… ohne auf sich aufmerksam zu machen. :/ Glücklicherweise kam knapp 20 Minuten später der nächste Shuttle, der uns freundlicherweise dieses Mal mitnahm. Wir waren ja noch gut in der Zeit – dachten wir. Da wir bisher immer nur ab dem Domestic Airport in Sydney in unsere Abenteuer gestartet waren, kannten wir den Weg zum International Airport nicht mehr so wirklich. Und dieser Weg war leider kein leichter: Für eine Strecke von etwa 15 Kilometern brauchten wir knapp 1 ½ Stunden! Wir drehten im Shuttlebus fast durch – was macht man, wenn man den Flug verpasst? Wohin müssen wir? Hoffentlich warten die! Exakt 45 Minuten vor Abflug hielt der Shuttle endlich am Flughafen. Wir stürmten in den Flughafen und waren glücklicherweise fast direkt an unserem Check in Schalter. Panisch liefen wir zum Schalter vom Online Check in, was wir bereits gestern erledigt hatten. Der Herr dort begrüßte uns mit der Aussage: „You can’t check in here.“ Als er unseren völlig fassungslos-verzweifelten Blick sah, erklärte er uns, dass nur noch ein Schalter offen sei und wir uns nebenan anstellen sollten. Tatsächlich waren wir nicht die einzigen Spätsünder. 😀 Also gaben wir schnell die Koffer ab und liefen direkt in Richtung Sicherheitskontrolle. Eigentlich wollten wir nochmal kurz auf die Toilette und auch unsere Flasche auffüllen, allerdings war uns das nicht vergönnt: Für unseren Flug war schon Boarding! Also ging es im Laufschritt zum Gate und rein in den Flieger. Geschafft! Unglaublich. Den Start in den Urlaub hatten wir uns etwas anders vorgestellt. 😀

 

Etwas Erfreuliches gab es dann im Flugzeug tatsächlich – unerwarteter Weise bekamen wir ein Sandwich zum Frühstück. 😀 Da wir damit nicht gerechnet hatten, hatte ich ein paar Minuten vorher schon mein mitgebrachtes Brötchen gegessen. Naja, egal. 😀 Die nette Frau neben uns sagte uns irgendwann, dass man überhaupt keine Lebensmittel nach Neuseeland einführen darf. Dummerweise hatten wir jeweils zwei belegte Brötchen, einen Apfel, Schokolade, Kekse und Müsliriegel dabei. 😀 Dann ging das große Fressen los, was uns irgendwann vor unserer Sitznachbarin ein bisschen peinlich war, da wir ja auch schon das Sandwich bekommen hatten. 😀 Müsliriegel und Schokolade schafften wir allerdings nicht mehr – daher vermerkten wir es zum Deklarieren auf dem Einreisezettel.

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Unser Hotel in Auckland

In Neuseeland angekommen deklarierten wir dann unsere gesunden Speisen. Wir mussten dem Sicherheitsmann einige Male versichern, dass wir wirklich nur Schokolade und Müsliriegel dabei hatten und keine Sandwiches, Obst, Zelte oder Wanderschuhe. (ja, das hat er tatsächlich alles abgefragt) 😀 Nach einer etwas wirren Transfer-Suche (auch die Kiwis sind sehr hilfsbereit!) kamen wir gegen Nachmittag in unserer Unterkunft in Auckland an. Für die erste Nacht hatten wir uns ein Hotel gegönnt. In dem schönen großen Zimmer machten wir es uns dann für heute gemütlich, schauten Masterchef Australia (unsere Lieblings-Kochshow) und aßen unsere heiß umkämpfte Schokolade. 😀

Am nächsten Morgen waren wir wieder fit und starteten den Tag mit einem Frühstücks-Einkauf und packten dann schon wieder unsere Sachen zusammen. Mit dem Bus fuhren wir in die Stadt um dort unser Mietauto abzuholen. Das Bussystem in Auckland war uns auch nicht direkt einleuchtend, doch zum Glück halfen uns freundliche Fußgänger und Busfahrer gerne weiter und wir fanden schließlich die Autovermietung. Wie schon für die Great Ocean Road hatten wir uns wieder für ein Auto von Jucy Car entschieden. Die Übergabe ging dieses Mal recht fix, dementsprechend kannte ich das Auto nicht und die Abfahrt war ein wenig holprig. 😀 Zum Glück war unser El Cheapo wieder ein Automatik Auto, sodass ich mich bald daran gewöhnte.

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Unser treuer, Spritfressender, Begleiter 😉

Bevor wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel machten, wollten wir noch ein bisschen Auckland erkunden. Also stoppten wir zunächst in der Innenstadt und liefen dort und am Hafen ein bisschen Spazieren. Bei strahlendem Sonnenschein (wir hatten dann mal wieder Sonnenbrand…) aßen wir dann zu Mittag draußen Pizza und gönnten uns passend zum schönen Wetter einen McSpider von Megges. 😊

 

Dann ging es auch schon auf die erste große Fahrt: Weiter in den Norden in Richtung Paihia. Schon der Weg dorthin war sehr schön. Bei dem tollen Wetter zeigte sich Neuseeland von seiner besten Seite: strahlend grüne Wiesen, Schafe und Kühe ohne Ende, tolle Küsten und Seen, wir haben sogar einen Kiwi gesehen. 😊

 

Je weiter wir nach Norden kamen, desto einsamer fuhren wir die kurvige Landstraße. Dank unseres Navis (bald würden wir es hassen…) fanden wir am späten Nachmittag das kleine Paihia und auch direkt unser Hostel. Da hier wenig bis gar nichts los war konnten wir direkt vor dem Hostel parken und wurden schon von der netten Dame an der Rezeption erwartet. In diesem Hostel hatten wir ein Sechser-Zimmer gebucht; bekommen haben wir ein Achter-Zimmer, allerdings teilten wir uns dieses nur mit einem weiteren Mädchen! 😀 So hatten wir ausreichend Platz und sogar ein kleines Bad für uns alleine. Abends liefen wir noch eine Runde im Ort spazieren und kochten wir uns dann noch ganz Backpacker like Nudeln mit Tomatensoße und gingen auch bald ins Bett.

 

Am nächsten Morgen liefen wir zum Hafen, der nur ein paar Minuten zu Fuß weg war. Dort stiegen wir auf einen großen Katamaran für unsere „Hole in the Rock Tour“ durch das Bay of Islands. Trotz einiger Wolken am Himmel und einem etwas raueren Wind auf dem Meer blieben wir tapfer draußen sitzen um die Landschaft zu genießen. Während der Tour fuhren wir verschiedene Inseln im Bay of Islands an, die teilweise auch privaten Besitzern gehören. Auf einer kleinen Insel schon ziemlich weit draußen im Bay sahen wir viele Seelöwen, die sich auf den Steinen und im Wasser tummelten. Da stank es zwar ordentlich, aber süß waren sie trotzdem. 😊 Delfine haben wir allerdings bei der Tour leider nicht gesehen. ☹

Bald erreichten wir dann auch das „Hole in the Rock“ – einen großen Stein mit einem Loch. 😀 Dieser war sehr imposant und das Hole so groß, dass wir mit unserem Katamaran sogar durchfahren konnten.

Im Anschluss legten wir einen längeren Zwischenstopp auf einer Insel ein, wo wir etwas Freizeit hatten. Wir liefen einen schönen Wanderweg durch Schafweiden und sattgrüne Felder. Leider fing es ein bisschen an zu regnen, was uns aber nicht abhalten konnte. Am Ende des Weges fanden wir dann einen Aussichtpunkt über einen hübschen Strand und fühlten uns hier zwischen all dem Grün schon wie kleine Hobbits. 😊

Nach vier Stunden Tour durch das Bay of Islands, stiegen wir auf dem Rückweg in Russell aus, einem kleinen Fischerdörfchen auf der anderen Uferseite von Paihia. Russell war tatsächlich noch kleiner als Paihia, sodass wir das Dörfchen in einer guten halben Stunde erkundet hatten. 😀 Zu Mittag aßen wir dann noch eine leckere Pie von der örtlichen Bäckerei und fuhren gegen Nachmittag wieder zurück nach Paihia. Dort liefen wir nochmals, heute dann im Hellen, am Hafen und am Strand spazieren. Irgendwann war es uns dann doch zu kalt und wir gingen zurück ins Hostel. Da ja fast niemand da war, konnten wir es uns alleine im Aufenthaltsraum mit Decken, einer Gitarre und W-Lan gemütlich machen und uns aufwärmen. 😊

Am Abend wollten wir in der „Party-Meile“, bestehend aus vier Bars und Restaurants, essen gehen. Ein Pub lockte mit einem 6 Dollar Burger mit Pommes-Angebot. Darauf freuten wir uns nach der kleinen Pie am Mittag sehr. Doch als der Burger kam, war die Enttäuschung groß. Der Burger war in etwa mit dem normalen 1 Dollar Hamburger von McDonalds vergleichbar… vergleichbar groß und vergleichbar wenig befriedigend. ☹ Traurig und hungrig liefen wir danach zum Supermarkt und kauften uns noch süße Buns, die wir dann im Hostel aßen. Außerdem liefen die Minions im Fernsehen – dann hatten wir zumindest wieder was zum Lachen. 😀

Am nächsten Tag verließen wir Paihia schon wieder und machten uns bereits am frühen Morgen auf den Weg nach Rotorua. Heute stand uns eine sehr lange Autofahrt bevor. Zunächst wieder zurück Richtung Auckland und dann weiter nach Südwesten. Irgendwie verging die Fahrt dann doch relativ zügig, da man ja auch vom Auto aus viel von der schönen Landschaft bestaunen kann. Je weiter wir Richtung Rotorua kamen, desto mehr erinnerte uns die Landschaft schon an das Auenland und wir konnten uns bildlich die Hobbits, die über die Wiese laufen, vorstellen.

Nach sechs Stunden Fahrt, aber trotzdem sogar etwas früher als wir dachten, erreichten wir endlich Rotorua. In Vergleich zu Paihia war Rotorua verhältnismäßig recht groß, dennoch fanden wir schnell die Adresse, wo wir unsere Schlüssel für unser Gästehaus abholen sollten. Als wir dort aus dem Auto ausstiegen traf uns fast der Schlag: Es roch abartig nach faulen Eiern! Zuerst waren wir uns nicht sicher, was da so stinkt. War es aus unserem Auto? Ist unsere Milch schlecht geworden? Und natürlich fiel quasi zeitgleich der Satz: „Ich war‘s nicht!“ 😀 Doch dann wurde uns irgendwann klar, dass es hier überall so stinkt und zwar wegen den heißen Quellen, die es dank der aktiven Vulkanregion hier zu Hauf gibt. Wir hatten zwar schon gehört, dass es hier stinkt, aber so?! Das muss man echt erlebt haben – und vor allem: Wie kann man hier bitte leben?

Nachdem wir dann unseren Schlüsselcode abgeholt hatten suchten wir das Gästehaus. Unser liebes Navi, dass uns schon den ganzen Tag auf die Nerven ging, wollte uns drei Mal in eine Einbahnstraße schicken und wir hassten es immer mehr. 😀 Letztendlich fanden wir aber das Haus mitsamt dem Vermieter. Wieder hatten wir Glück und dieses Mal sogar das ganze Haus für uns alleine. Leider mussten wir feststellen, dass man in der eigentlich vorhandenen Küche nicht kochen durfte, deshalb kauften wir uns abends Vesper und gingen dann nach dem langen Tag im Auto ins Bett.

Der Montag startete zu unserem Unglück mit dickem Nebel, der über Rotorua hing. Für heute hatten wir die heiß ersehnte Tour durch Hobbiton gebucht – allerdings konnten wir uns nicht vorstellen, bei diesem Wetter auch nur drei Meter weit durch das Auenland schauen zu können. Verzweifelt, traurig und das Wetter beschimpfend fuhren wir trotzdem nach Matamata, was circa eine Stunde Fahrt entfernt war. Und tatsächlich, als wir auf dem Parkplatz vom Movieset ankamen, wurde der Nebel etwas lichter, man konnte sogar ein bisschen die Sonne erahnen. Sollten wir etwas doch Glück haben? Bitte, bitte!

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Da wir noch ein bisschen Zeit bis zu unserer Tour hatten, schauten wir uns im Souvenir Shop um und stellten fest, dass in unserer Tour eine Familie bestehend aus einem Vater alias Gandalf, seinen drei Söhnen (kleine Hobbits), seiner Tochter (Elbin) und seiner, der einzigen normal geblieben, Frau, mit dabei war. 😀 Das war für unsere Fotos einfach klasse – Gandalf und die Hobbits live in Hobbiton. 😀

Die Tour startete pünktlich und wir wurden mit einem Bus auf das Farmgelände gebracht. Im Bus begrüßte und Peter Jackson persönlich – allerdings nur über ein Video. 😉 Unser Guide, eine nette junge Frau, dessen Namen wir leider vergessen haben (sorry, mate!), führte uns dann endlich nach Hobbiton. Und schon der erste Eindruck war einfach unglaublich! Wir waren wirklich da! Und sogar das Wetter spielte halbwegs mit. 😊

Unser Guide ließ uns zunächst ein bisschen Zeit, um die ersten Eindrücke zu verarbeiten und führte uns dann weiter durch das gesamte Set. Von ihr erfuhren wir auch noch viele spannende Geschichten vom Dreh und von der Entstehung des Sets. Natürlich durfte auch ein Besuch bei Frodos und Bilbos Höhle, sowie bei Sams Höhle nicht fehlen. 😊

Die Tour endete im grünen Drachen, wo wir ein kostenloses Getränk bekamen. Wir fühlten uns wie Frodo und Sam, die hier mit Merry und Pippin zusammensaßen und Bier tranken. Einfach verrückt und so cool!

Nach zwei Stunden war die Tour leider auch schon wieder vorbei und wir mussten das Shire schon wieder hinter uns lassen. Am Nachmittag kamen wir wieder in Rotorua an und steuerten direkt unser nächstes Ziel an. Wir wollten dem Gestank nämlich auf den Grund gehen und näherten uns mutig dem Kuirau Park, einem von vielen Orten, wo es brodelte und zischte. Je näher wir dem Park kamen, desto schlimmer wurde der Gestank. Tapfer und mit zugehaltener Nase liefen wir trotzdem durch. Der Weg lohnte sich auf jeden Fall: die dampfenden heißen Quellen und blubbernden Schlammlöcher, die überall im Park verteilt sind, waren wirklich faszinierend. Kaum zu glauben, dass unter uns ein Vulkan brodelte, der für dieses Naturphänomen sorgte. In einem Park in der Nähe hätte es die Möglichkeit gegeben, in einer heißen Quelle oder sogar in einem Schlammloch zu baden. Das sei sehr gesund für die Haut – aber der Geruch war einfach so schlimm, dass wir darauf gerne verzichteten. 😀 Stattdessen liefen wir lieber noch zum Lake Rotorua wo es, oh Wunder, auch stank, allerdings nicht mehr ganz so schlimm. 😀 Über dem See sahen wir dann die Sonne untergehen und genossen die tolle Aussicht.

An unserem letzten Abend in Rotorua holten wir uns Pizza und Cider und ließen den ereignisreichen Tag so gebührend ausklingen.

Fortsetzung folgt.

Tanja

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