From Mount Dirt to Hollywood

Nach unserem kurzen Trip nach Melbourne genossen wir erst mal das schöne Wetter in Sydney. Dann fing schnell der harte Alltag wieder an: in unserem Zimmer stapelten sich nämlich etliche Wäscheberge auf dem Boden, da Mike erstens, dauernd die Waschmaschine belegt hatte, bevor wir nach Melbourne geflogen sind und zweitens, weil wir keinen Wäschekorb im Zimmer haben. 😀 Hinzu kamen nun noch die dreckigen Sachen, die wir auf unserem Kurztrip anhatten. Leider hatte Mike bei unserer Ankunft immer noch Wäsche drin. Wir warteten den ganzen Tag lang, ob er sie raus nimmt, da sie schon fast trocken war, aber leider kam er nicht nach Hause. Also hängten wir sie für ihn auf und schmissen die erste Ladung von uns in die Waschmaschine, bevor wir dann schlafen gingen.

Als wir am nächsten Morgen ins Bad gingen, roch es total komisch abgestanden und unser Bodentuch war nass und über die Badewanne gehängt. Auch das Waschbecken sah nicht gerade sauber aus und wir hatten keine Ahnung, was Mike da nachts noch getrieben hatte, nachdem er vielleicht vom Feiern wieder nach Hause kam. Als wir dann die Trocknerfunktion der Waschmaschine einschalteten, merkten wir sofort, was wohl passiert war, denn das Wasser lief in Strömen hinter der Maschine heraus! :O

Völlig panisch schalteten wir sie wieder aus und waren total verzweifelt, da die Waschmaschine offensichtlich kaputt war und wir im Zimmer kaum mehr laufen konnten, da überall Berge aus Wäsche herumlagen. Der Songtext „Alles Brennt“ von Johannes Oerding wurde von uns passenderweise neu interpretiert zu

„Alles stinkt, alles geht in Dämpfen auf. Alles was bleibt sind Dreck und Wäsche. Doch zwischen all den Bergen, sehe ich ein kleines bisschen weiß. Ich halte die Luft an, steige über die Berge, alles stinkt.“ 😀 😀

Immerhin ist uns ein Funken Humor in der Verzweiflung geblieben.

Wir wischten das Wasser so schnell wie möglich auf und eilten dann mit Verspätung zu unserem Video-Workshop an der Uni. Dieser war wieder einmal ein wenig unnötig, da wir das alles in Deutschland schon gelernt hatten. In der Pause recherchierten wir für unseren Roadtrip in Neuseeland und hatten den ganzen Tag ein schlechtes Gefühl wegen der defekten Waschmaschine. Mike musste morgens um 6 bestimmt das ganze Wasser aufwischen und bemerkte nach einem kurzen Griff in die Maschine, dass es sich nicht um seine Hemden handelt, die wir schon herausgenommen hatten, sondern um unsere Unterwäsche… Ohje.

Die Waschmaschine.
Das Ungetüm. 😀

Da wir befürchteten, dass das Wasser eventuell weiter auslaufen könnte, weil wir nicht genau wussten, was genau defekt war und ob eventuell die Rohre verstopft sind, schwänzten wir die Uni und fuhren wieder nach Hause. Auf der Busfahrt fanden wir zufällig heraus, dass Zac Efron morgens für ein Fotoshooting am Bondi Beach war und Fans ihn dort treffen konnten. Wir ärgerten uns total, da der Bondi von uns gerade mal 10 Minuten mit dem Bus entfernt liegt. Glücklicherweise lasen wir aber, dass er einen Tag drauf beim Kino bei uns im Ort über den roten Teppich laufen würde, da die Premiere seines neuen Films stattfinden würde und Fans die Chance haben, ihn zu sehen. Das freute uns sehr – immerhin ein Lichtblick in der Dunkelheit. 😊 In der Wohnung angekommen, war zum Glück alles noch trocken, aber leider änderte es nichts daran, dass unser Zimmer voller Dreckwäsche war und es nun auch noch anfing zu müffeln. Wir hatten nicht mal mehr irgendwelche schönen Klamotten, um sie für die Premiere am roten Teppich mit ZAC EFRON (!!) anzuziehen. 😀 Das musste schleunigst geändert werden!

Leider ignorierte Mike das Problem einfach und sprach kein einziges Wort mit uns. So stapelten sich weitere Klamotten auf unserem Wäschegebirge im Zimmer und nach einer Recherche fanden wir heraus, wie teuer es ist, Klamotten in einer öffentlichen Laundry zu waschen, die es hier überall gibt. So fragten wir zunächst Katja, die wir am Wochenende sehen würden, ob wir bei ihr ein bisschen etwas vorwaschen dürfen. Glücklicherweise sagte sie zu. Jedoch fand die Premiere am roten Teppich am Donnerstag statt, sodass wir immer noch nichts zum Anziehen hatten… Egal, bevor wir überhaupt dort hingehen konnten, mussten wir unser Assignment für Peter schreiben. So büffelten wir den ganzen Tag dafür und zogen dann für Zac unsere einzigen Klamotten an, die wir noch da hatten: schicke Sommerkleider – ein wenig overdressed, aber für Zacci kann man das auch mal machen. 😀

Wir beschlossen, mit dem Bus runterzufahren, da es zu Fuß doch ein Stückchen zu laufen ist. Da die Australier eher gelassen sind und die Premiere erst abends stattfinden würde, wollten wir gegen Nachmittag da sein. So warteten wir auf den Bus. Und wir warteten, und warteten und warteten. Doch er kam nicht. ☹
Nach einem kurzen Blick in die Verkehrsapp sahen wir dann, dass die Busfahrer streikten. Toll, ausgerechnet an diesem einen Tag! Es blieb uns also nichts anderes übrig als in unseren schicken Sommerkleidchen runter zum Centennial Park zu laufen und diesen zu durchqueren – dieser ist übrigens 189 ha groß. 😀 Dort sahen wir tausend weiße Papageien.

Nach fast einer Stunde kamen wir dann endlich total verschwitzt am Kino an. Dort war zum Glück noch nicht so viel los, aber die Menschen, die schon da waren, benahmen sich unmöglich. Wir liefen ein bisschen umher, als eine etwas korpulentere Frau, die auf einer Treppe saß uns plötzlich – laut schmatzend, da sie gerade damit beschäftigt war den Inhalt einer ganzen Chipstüte zu verspeisen – anbrüllte, wir sollen uns sofort vom Acker machen, da das ihr Platz sei und f*** off you *#!“?#%§*! oder so ähnlich. 😀 Wir suchten uns einen Platz weit weg von ihr. Jedoch tummelten sich überall komische Menschen und wir wussten nicht genau, ob es eine gute Idee war herzukommen…

Als dann die ersten Stars über den Teppich marschierten, fingen alle an herumzukreischen und zu springen. Ohje, wir waren wohl zu alt für diesen Scheibenkleister… Etliche Fernsehsender filmten uns gefühlte tausend Mal und wir sind jetzt irgendwo im australischen Fernsehen zu sehen, zwischen all diesen Weibern, ohne zu wissen wo und wann das ausgestrahlt wird. 😀 Stundenlang liefen irgendwelche Stars über den Teppich, die wir fast alle nicht kannten. Vielleicht hätten wir uns vorher informieren sollen. 😀

Dann kam der Moment, ZAC EFRON fuhr in einer riesen Limousine vor und das Gekreische wurde zu einem hysterischen, bettelnden Gejaule. Es dauerte eine Weile, bis er es zu uns vorgeschafft hatte, da er zwischendurch Interviews gab und überall Selfies und Autogramme verteilte, aber es war ein epischer Moment, als er plötzlich vor uns stand und uns anlächelte. In 3D. 😊

Er stand auch ziemlich lange bei uns, aber da wir keinen Stift dabei hatten und er komischerweise auch nicht, blieb es leider nur bei einer Berührung meiner Karte ohne Autogramm. Er war aber echt süß und hat sich sehr viel Zeit für seine Fans genommen. Echt unglaublich, wir haben Zac Efron getroffen. 😀 An diesem Tag konnten wir trotz Wäscheberge im Zimmer glücklich einschlafen.

Am nächsten Tag mussten wir das Assignment abgeben und trafen uns danach mit Katja und Lisa im Studentenwohnheim, wo Katja ein Zimmer hatte. Mit dorthin schleppten wir zwei Ladungen Wäsche, damit wir zu Hause nicht mehr darin ertranken. Darunter befanden sich vor allem Handtücher. Wir aßen und glühten schon ein bisschen bei Katja vor, während die Wäsche vor sich hin gluckerte und trocknete. Als sie fertig war, packten wir alles zusammen in zwei Jutebeutel und verstauten es unter Katjas Bett, damit wir weiterziehen konnten. Zuerst ging es zu einem anderen Studentenwohnheim, wo wir uns dann mit dem Rest der Gruppe trafen, darunter auch mit Kathleen, bevor wir weiter zur Side Bar zogen, wo die End of the Season Party vom Surf Camp stattfand.

Das konnten wir uns nicht entgehen lassen! 😊 Leider kamen nur Tanja und ich rein, sodass wir uns von den anderen trennen mussten. Es waren komischerweise nicht so viele vom Surf Camp da. (Einige Tage später erfuhren wir, dass sie alle rausgeschmissen wurden, weil sie zu betrunken waren :D). Wir kamen mit ein paar Typen ins Gespräch und wurden gefragt, was wir trinken wollen. Als Deutsche antworteten wir natürlich das, was man von einem Deutschen erwartet: BIER! 😀 Tanja bekam zuerst ihr Getränk und Dan drückte mir danach erst ein Bier in die rechte, dann in die linke Hand. Ich hielt unsere Getränke, während er bezahlte und plötzlich hielt er nochmal ein anderes Getränk in der Hand. Das zweite Bier war nämlich gar nicht für ihn, sondern er hatte mir einfach direkt zwei Bier gekauft! 😀 So ging es den ganzen Abend weiter und es war eine richtig geile Party mit super guter Musik. Später stieß noch Dans Kumpel Shawn hinzu und es war ein richtig lustiger Abend. Wir blieben so lange, bis die Lichter angingen und wussten dann erst nicht, wie wir nach Hause kommen sollen. Wie das Schicksal so spielt, wohnen Shawn und Dan in unserer Nähe und nahmen uns einfach mit. Hach, irgendwie kommt man immer nach Hause! 😀

Am nächsten Tag wollten wir unsere Kleider bei Katja abholen. Diese war aber tagsüber unterwegs, sodass wir also vor abends nicht an unsere Handtücher kommen würden… Da wir aber aufgrund der letzten Partynacht duschen wollten, bevor wir in die Stadt fahren, war das sehr ungünstig. Wir kamen dann auf die brillante Idee, uns einfach trocken zu föhnen. 😀 Und oh Wunder, es hat wirklich super funktioniert!

So fuhren wir dann in die Stadt und bummelten ein bisschen im Paddy’s Market, bevor wir dann unsere frisch gewaschenen Kleider und vor allem Handtücher bei Katja abholten. Wir waren noch nie so glücklich über frische Klamotten! 😊

Am nächsten Tag bemerkten wir, dass Mike die Waschmaschine hat reparieren lassen, denn er hatte wieder Wäsche drin. Juhuuu, so konnten wir dann auch langsam unsere Wäscheberge abarbeiten. Zunächst ging es aber zum Royal National Park. Wir fuhren mit dem Zug nach Otford und waren erstmal verwirrt, wo denn der Walk losgehen würde. Von Katja wussten wir, dass wir NICHT zum Strand runterlaufen sollen, da der Weg sehr abenteuerlich und steil wäre. Leider fanden wir nur den „Coastal Walk“ und waren verunsichert, ob dies der richtige Weg war. Da es aber keinen anderen gab, liefen wir einfach drauf los. Der Weg führte an der Straße entlang zunächst zum Baldhill Lookout, den wir bereits vor einigen Wochen besucht hatten. Dort machten wir eine Mittagspause bevor wir dann durch den National Park wanderten über den Palm Jungle, durch matschige Pfützen und dichten Wald bis hin zum Figure 8 Pool, was auch sehr anspruchsvoll war, Zitat: „Alle, die uns entgegen kommen sehen so fertig aus. Ist es klug, dass wir da runter laufen?“ 😀 Der Weg hatte sich aber gelohnt.

Wir hatten so viele schöne Aussichten und Eindrücke, nur der Rückweg war dann echt hart, als wir alles wieder hochlaufen mussten. Pünktlich zum Sonnenuntergang schafften wir es raus aus dem Dschungel und rein in die Bahn zurück zur Zivilisation nach Sydney.

Nach dem tollen Wochenende fing die Uni wieder an. Nach dem Seminar machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Rip Curl in der Stadt, da wir jeweils zwei 20 Dollar Gutscheine vom Surf Camp bekommen hatten, die wir nur in diesem Rip Curl einlösen konnten. Dort angekommen, bemerkten wir, dass ein riesen Closing Down Sale ist. Leider war das sehr ungünstig für uns, da die Gutscheine nicht für reduzierte Artikel gilt und alles in dem Laden 50 % Rabatt hatte. Uns wurde aber gesagt, dass wir den Gutschein nun auch in jedem anderen Rip Curl in der Nähe einlösen können, da sie ja den Laden schließen. Wir brauchten sehr dringend dicke Pullis, da wir für Neuseeland noch nicht ausreichend warme Klamotten hatten. So versuchten wir am Mittwoch unser Glück beim Bondi Junction. Leider mussten wir vor Ort feststellen, dass der Rip Curl Store dort bereits vor ein paar Wochen zugemacht hatte. ☹ Total enttäuscht und traurig liefen wir nach Hause. Wir wollten doch nur die schönen Rip Curl Pullis kaufen. Wieso machten die Stores alle zu? Wir nahmen uns vor, nach dem kommenden Surf Camp zum Bondi Beach zu fahren – als letzte Chance auf einen Rip Curl Pulli, da es in der Nähe nur noch diesen einen Store gibt. 😀

Doch zunächst mussten wir erstmal für unser Surf Camp Wochenende packen und noch ein weiteres Assignment für Peter abgeben. So machten wir uns am nächsten Tag an die Arbeit. Ich musste vorher noch zum Hundesalon. Diesmal waren fast nur große Hunde da und ich hatte beim Betreten kurz Panik, dass ich sie alle waschen muss, aber glücklicherweise musste ich nur vier große Hunde waschen. Diese waren auch nicht so riesig wie beim letzten Mal. 😀 Trotzdem wurde ich pitschnass. Dennoch war mir die Arbeit lieber, als die dann folgende Arbeit für die Uni. Doch mit dem kommenden Surf Camp als Motivation ging das Schreiben recht flott und wir konnten unsere Rucksäcke packen und los ging der Spaaaaaaaß! 😊

Linh.

 

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